Aufbauseminar „Selbstbehauptung / Selbstverteidigung“ – Juli 2019

Aufbauseminar „Selbstbehauptung / Selbstverteidigung“ – Juli 2019

Auffrischung nach 3 Jahren. Auch diesmal veranstalteten wir als Bezirksfrauenausschuss Alsdorf unter der Anleitung von Melanie Boscheinen und Beate Kampermann – beide im aktiven Polizeidienst – unser Wochenendseminar in Mönchengladbach.
Am ersten Tag wurde das Thema „Selbstbehauptung / Selbstverteidigung“ theoretisch erarbeitet. Die 12 Teilnehmerinnen schilderten zunächst ihre eigenen Erfahrungen, die sie mit Bedrohungen und Gewalt schon selbst erlebt und inwieweit diese ihr eigenes Leben geprägt haben.
Anhand dieser zum Teil sehr dramatischen Schilderungen wurde den Teilnehmerinnen von den Referentinnen Möglichkeiten aufgezeigt, wie frau sich in diesen bedrohlichen Situationen helfen kann. Selbstbewusstes Auftreten, klare Grenzen aufzeigen – bis hierhin und nicht weiter – können schon helfen, dass es nicht zu Extremsituationen kommen muss. Erfolgt aber doch ein Übergriff, ist es wichtig, durch lautes Rufen und Schreien Aufmerksamkeit zu erregen und Öffentlichkeit zu erzeugen. Es sollte sich mit aller Kraft gewehrt werden – mit Treten, Schlagen und Kratzen. Die Täter lassen in 90% der Fälle, wenn die Gegenwehr zu groß ist, von ihren Opfern ab.
Diese Theorie wurde am zweiten Tag in der Turnhalle vom Polizeisportverein mit praktischen Übungen vertieft. Dabei sind alle Teilnehmerinnen über sich hinausgewachsen und konnten sich zum Schluss mit gezielten Tritten und Handgriffen und lautem Geschrei aus der Umklammerung des Gegners befreien.
Die Handgriffe müssen nicht perfekt sein, frau muss sich einfach nur wehren und schon mit einem Tritt gegen das Knie oder ein Herunterrutschen mit der Kante des Schuhs am Schienbein kann den stärksten Gegenüber zu Fall bringen und verschafft dem Opfer Zeit, wegzulaufen.
Alle Teilnehmerinnen waren begeistert und haben den beiden Polizistinnen Melanie Boscheinen und Beate Kampermann großen Dank ausgesprochen. Für weitere Kurse stehen sie jederzeit gerne zur Verfügung.
Sie haben uns noch einen sehr hilfreichen Tipp mit auf den Weg gegeben. Wer sich unterwegs fürchtet, Angst hat, überfallen zu werden, kann sich auf dem Weg mit dem „Nach-Hause-Telefon“ 030-12074182 verbinden lassen oder sich mit Hilfe der App „Wayguard“ überwachen lassen. Eine weitere Unterstützung ist das „HILFE TELEFON – Gewalt gegen Frauen“, erreichbar unter 08000116016 oder unter www.hilfetelefon.de

 

Text: Conny Lehmann
Bild: Melanie Boscheinen

Juli 2019

7. August 2019